• Die Sprachenspringer

    by  • 6. Juni 2013 • Dein Leben • 0 Comments

    Morgen, Freitag, 7. Juni, steigt im Stuttgarter Club Universum am Charlottenplatz die große Käpsele-Releaseparty. Dabei gibt es reichlich was auf die Ohren, nicht nur ab 1 Uhr vom cityweit bekannten DJ Cin, sondern unterstützt durch das Popbüro Region Stuttgart auch von den Bands Fox Named King, Zweierpasch, The Average und Zeitgeist. In dieser Woche stellen wir euch die Musiker vor. Heute: Zweierpasch.

    Die beiden Rapper des deutsch-französischen Duos Zweierpasch sind vor allem in der Region um Freiburg bekannt. Das ändert sich morgen: Bei der Releaseparty des Käpsele treten die Zwillinge mit der Jazz- und Prog-Rock-Gruppe Khándroma auf, die ebenfalls aus Freiburg kommt. Ganz getreu dem Motto: „Zwei Sprachen, zwei Acts, zwei Rapper, kurz: Zweierpasch.“

    Zweierpasch mischt in den Songs nicht nur verschiedene Musikstile (Hip-Hop, Reggae, Funk und Jazz), sondern auch die Sprachen. Wie selbstverständlich springen Till und Felix in immer wieder vom Deutschen ins Französische und wieder zurück. In ihren Texten erzählen sie von ihrer Sicht auf die Welt, von Geschichten, die beide erlebt haben, und von der Sprache und ihrer Macht – Rap mit Verstand also. Mit ihrer Musik wollen die beiden Rapper helfen, Sprachbarrieren zu überwinden. „Wenn du rappst und im Rhythmus der Musik bist, dann vergisst du, dass du das gerade in einer anderen Sprache tust“, sagt Till.

    Seit 2005 sind Till und Felix als Rapper unterwegs, zuerst unter dem Namen Buddah Woofaz. „Wir rappen schon, seit wir 16 sind“, erzählt Till. „Am Anfang aber nur auf Deutsch.“ Als beide in Lons le Saunier im französischen Jura in einer Einrichtung für behinderte Kinder arbeiten, lernen sie eine französische Band kennen. „Mit ihr haben wir einen französischen Song aufgenommen“, sagt Till. „Und so war die Idee geboren, zweisprachige Musik zu machen.“

    Mittlerweile haben Till und Felix bereits vier Alben veröffentlicht. Im September 2011 erschien ihre Single „Grenzgänger/Frontalier“. Beim Konzert morgen haben die beiden ihr neues Album „Alle guten Dinge sind zwei/Toutes les bonnes choses arrivent par deux“ im Gepäck.

    Doch nicht nur mit ihren Konzerten versuchen Till und Felix das Verständnis für unsere französischen Nachbarn zu wecken. Mittlerweile bieten sie auch Rap-Workshops an, die schon so beliebt sind, dass die Brüder etwa alle zwei Wochen unterwegs sind. Steinzeit-Rap für die Stadt Freiburg, Rap-Safari durch Mauretanien oder Workshops an Schulen: Till und Felix haben viele Ideen – immer mit dem Ziel, das Interesse für die Sprache des Nachbarlandes zu wecken.

    Denn das sei nur sporadisch vorhanden. „Es wäre größenwahnsinnig, wenn wir sagen, dass wir in der Gesellschaft generell etwas verändern können“, sagt Till. „Aber wir merken schon, dass die Kinder großen Spaß daran haben, wenn wir ihnen die jeweils andere Sprache näherbringen.“

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