• Ein Semester mehr, bitte!

    by  • 22. Januar 2013 • Dein Studium • 0 Comments

    LernraumsemesterUni Hohenheim. Zeit für Praktikum, Ausland und Sprachkurse im Bachelor? An der Uni Hohenheim gibt es die jetzt. Mit dem Lernraumsemester können Studenten ihre Regelstudienzeit um bis zu zwei Semester verlängern – und das ohne großen, bürokratischen Aufwand. Damit soll das Studium individueller und flexibler werden.

    „Es ist traurig, wenn sich Studenten wegen der Regelstudienzeit abhetzen und nicht die Gelegenheit haben, nach links und nach rechts zu schauen“, sagt David Streib von der Zentralen Studienberatung. Wer im Bachelor mehr Zeit benötigt, um zu lernen oder Erfahrungen zu sammeln, der bekommt sie.

    Mehr Zeit ohne Druck und Risiko

    „Seit Oktober gibt es das Lernraumsemester. Die bisherigen Teilnehmer sind alle überrascht, wie einfach das funktioniert“, sagt der Projektleiter. „Zur Beantragung eines Urlaubssemesters benötigen die Studenten meist einen triftigen Grund, eine Menge Bürokratie ist zu bewältigen. Bei unserem neuen Modell ist das anders“, erklärt er. Anmelden können sich Studenten über ein Online-Formular, in dem sie die geplanten Aktivitäten angeben. Mit der Genehmigung wird die Regelstudienzeit verlängert. Dann kann es losgehen, ohne Zeitdruck.

    Eine Bewerbungsfrist gibt es nicht. Freiheit und Flexibilität sind von Anfang an gewährt. „Selbst wenn sich die Pläne nach der Anmeldung ändern, ist das kein Problem. Das Ganze ist durchweg flexibel und ohne Risiko“, sagt David Streib. Die geplanten Tätigkeiten müssen dabei nicht auf ein Semester beschränkt sein. Die Studenten können ihre zusätzlichen Aktivitäten über das gesamte, verlängerte Studium verteilen. Mit entsprechenden Credits werden diese in einem Zeugnisanhang dokumentiert.

    Die Antwort auf Bachelor-Beschwerden

    Im Gegensatz zum Urlaubsemester kann mit dem Lernraumsemester der Anspruch auf Bafög verlängert werden. „Wir möchten, dass sich Studenten auch ein unbezahltes Praktikum leisten können, wenn sie das möchten“, sagt der Studienberater. Auslöser für das neue Modell waren die Proteste der Bachelorstudenten 2009. „Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg hat auf die Beschwerden hin Projekte an den Hochschulen ausgeschrieben. Gesucht waren Konzepte für Studienmodelle individueller Geschwindigkeit“, sagt David Streib.

    Neben 10 weiteren Modellen, darunter insgesamt vier aus Stuttgart und Esslingen, konnte sich das Hohenheimer Lernraumsemester für die Förderung durchsetzen. Streib: „Hier geht es darum, allen gerecht zu werden. Sowohl denen, die für das Studium mehr Zeit benötigen, als auch denen, die Zeit für Erfahrungen und Orientierung brauchen.“

    Foto: Bohnenberger

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