• Der Amor von Hohenheim hofft auf gutes Karma

    by  • 11. Januar 2013 • Dein Leben • 0 Comments

    Uni Hohenheim. Die weite Welt des sozialen Netzes hat einen neuen Hype: Spotted ermöglicht es Schüchternen und Zögerlichen, ihrem Schwarm anonym eine Liebeserklärung via Facebook zu machen. Vor weniger als einer Woche startete ein 23-jähriger Wirtschaftswissenschaftler Spotted: Uni Hohenheim – mit durchschlagendem Erfolg.

    Manchmal genügt ein Schuss Langeweile, um aus einer Schnapsidee ein explosives Gemisch zu machen. Es war Samstagabend, als ein daheimgebliebener Student im virtuellen Gespräch mit einer schönen, aber fernen Blondine der Uni Bonn auf eine Facebook-Seite aufmerksam wurde. „Tolle Sache“, dachte sich der junge Mann und importierte das Konzept. Ein wenig Werbung und zwei Tage später hatte seine Seite mehr als 500 Likes.

    Das Prinzip fußt auf Vertraulichkeit

    Stand Freitag, 11. Januar, 11 Uhr, sind es 1830, Studenten weiterer Hochschulen in der Region haben nachgezogen, am klickfreudigsten ist man an der Uni Stuttgart. „Das alles überrascht mich selbst“, sagt der Hohenheimer Betreiber, der anonym bleiben will, weil das zum Prinzip gehört. Sein Projekt erfordert Diskretion. Die Menschen, die sich an ihn richten, um eine Botschaft an einen Unbekannten zu senden, könnten sich darauf verlassen, dass er ihre persönlichen Daten vertraulich behandelt. Just aus diesem Grund will er im Hintergrund bleiben.

    Jene Botschaften strömen unaufhaltsam in sein Postfach. Anfangs waren es zwei bis drei pro Tag, inzwischen mindestens doppelt so viel – wobei Spaßnachrichten möglichst aussortiert werden. Likes einzelner Posts gehen schon mal in den dreistelligen Bereich, es wird fleißig kommentiert. 63 Prozent der Besucher sind weiblich – und chronisch neugierig, wie er spekuliert. „Ich könnte mir vorstellen, dass viele darauf brennen zu erfahren, ob etwas über sie geschrieben wird.“

    Spotted: „Ein reines Spaßprojekt“

    Besondere Ziele verfolgt er mit der Seite nicht. Sie sei „ein reines Spaßprojekt“. Wohl aber würde es ihn freuen, wenn er zwei Menschen zusammenführen würde. „Das gibt bestimmt gutes Karma.“ Dass es häufig Umwege wie diesen braucht, liegt seiner Ansicht nach an typischen Missverständnissen zwischen den Geschlechtern. „Frauen senden gerne subtile Signale aus, wenn sie Männer mögen. Die verstehen das aber nicht.“

    Das sei freilich nicht der Grund, warum der Amor von Hohenheim selbst solo ist. „Ich bin auch nicht schüchtern. Ich gehe auf Frauen zu“, sagt er. Zurzeit ist aber eher lernen angesagt, die Prüfungen nähern sich beängstigend rasch. Doch sollte bei einem der Gänge in die Bibliothek mal wieder eine Schönheit auftauchen und plötzlich verschwinden, weiß er ja, an wen er sich zu richten hat.

    Foto: Didi01/pixelio.de

    About

    Hinterlasse eine Antwort

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *