• Backofen mit Gespür

    by  • 19. Dezember 2012 • Dein Leben • 0 Comments

    Intelligenter Backofen

    Uni Hohenheim. Wird es zu heiß, senkt er die Temperatur. Ist es zu trocken, sprüht er Wasserdampf. Der intelligente Backofen, den Hohenheimer Studenten mitentwickelt hat, kümmert sich selbst um das perfekte Backergebnis. Je nach Bedarf verkürzt oder verlängert er die Backzeit. Künftig soll der Automat sogar ein Stück weit in die Zukunft sehen, sagen die Entwickler. Verbrannte Brötchen könnten damit bald der Vergangenheit angehören.

    „Ich bin im Rahmen meiner Diplomarbeit zu dem Projekt gestoßen“, sagt Chemiker Olivier Paquet-Durand (Bild). Drei Jahre dauerte die Entwicklung des Backofens, die er gemeinsam mit Forschern der Technischen Universität München durchführte. Jetzt ist der Prototyp fertig. Eingebaute Messgeräte dokumentieren Temperatur und Feuchtigkeit. Eine im Innern installierte Kamera fotografiert alle drei Sekunden den Inhalt des Ofens. Mit einer selbstentwickelten Software wertet der Automat die Daten aus und reguliert sich selbst.

    Der Backofen soll vorausahnen, was passiert

    Noch reichen die Fähigkeiten des intelligenten Backofens nicht aus, um verbrannten Brötchen vorzubeugen. „Der Prototyp braucht für die Datenauswertung drei Sekunden und dann dauert es einige Minuten, bis der Ofen die Temperatur entsprechend neu angepasst hat“, erklärt Paquet-Durand. In Zukunft soll die Software schneller arbeiten. Damit könne der Ofen reagieren, bevor die Brötchen zu dunkel sind. „Das Programm muss vorausahnen können was passiert und eingreifen, bevor es überhaupt soweit kommt“, sagt der Chemiker.

    Bisher erkennt das Programm nur Brot, Brötchen und Croissants. Neben der Ausweitung auf andere Backwaren hat der Hohenheimer Entwickler weitere Pläne: „Eine Vision in diese Richtung wäre zum Beispiel ein Backofen ganz ohne Bedienelemente, der, egal was man einschiebt, immer das richtige und optimale Backprogramm fährt. Wo keine Knöpfe dran sind, kann man auch keine falschen Knöpfe drücken.“

    Weniger Stress, mehr Brötchen

    Von der Forschungsarbeit könnten zukünftig Supermärkte und Backdiscounter profitieren. Bisher überwachen dort Mitarbeiter die Backautomaten. Aufgrund zahlreicher anderer Aufgaben können sie aber nicht immer sofort reagieren, wenn es nötig wird. „Wenn heute ein Ofenführer zu spät eingreift, kommen die missratenen Brötchen auf den Müll“, sagt Paquet-Durand. „Ein intelligenter Backofen könnte dafür sorgen, dass weniger Ausschuss produziert und Energie und Zeit optimal eingesetzt werden würden.“

    Foto: Universität Hohenheim/Hannes Weik

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