• Zurück in die Zukunft

    by  • 8. November 2012 • Deine Zukunft • 0 Comments

    Uni Stuttgart. Im Studienplan klangen die Vorlesungen „irgendwie anders“. Die Kommilitonen sind „ganz nett“. Höhepunkt des Tages ist der Besuch in der Mensa. Mitten im Semester wird manchem Studenten bewusst: Ich studiere das Falsche. Doch was tun, wenn man sich mit dem eigenen Studium vertan hat? Eine Studentin und ein Student erzählen von ihren Erfahrungen mit dem Studienwechsel. Dass sie ihr erstes Studium abgebrochen haben, bereuen sie nicht.

    Schon nach den ersten Vorlesungen “Gedanklich abgedriftet”

    „Vor meinem Studium der Wirtschaftswissenschaften habe ich Wirtschaftsinformatik studiert“, sagt Frederick Meyer. Ein Semester lang widmete er  seine Aufmerksamkeit Algorithmen und Datenstrukturen, Programmierung und BWL. „Das einzige was mir an diesem Studium wirklich Spaß gemacht hat, waren die Wirtschaftsvorlesungen“, erinnert sich der Student. „Gedanklich abgedriftet“ sei er schon nach den ersten Vorlesungen, in denen Binärzahlen und Modellierung an der Tagesordnung waren. „Vor Beginn des Studiums habe ich die Beschreibungen der Vorlesungen im Studienplan gelesen. Die wahre Bedeutung ist mir aber erst während des Semesters klar geworden“, sagt Frederick.

    Nach einem Monat war ihm bewusst geworden: „Wirtschaftsinformatik ist nichts für mich“. Überzeugt habe ihn ein zweiter, erfahrenerer Blick in den Studienplan. „Nachdem ich gesehen hatte, dass mich in den kommenden Semestern ‚Algorithmen und Datenstrukturen ll und lll‘ erwarten, war die Entscheidung für den Abbruch gefallen“, erzählt er. Seine Alternative, die Wirtschaftswissenschaften, sei ihm außerdem im Studium schon geliefert worden.

    Lieber früher als später die Notbremse ziehen

    Auch Frauke Grieble zog in ihrem ersten Studium die Notbremse. Bis zu ihrem Wechsel zu den Kognitionswissenschaften, studierte sie Kommunikationswissenschaften. „Ich fand das Studium interessant, nur hatte ich nicht das Gefühl, eine der angebotenen Richtungen vertiefen zu wollen“, sagt sie. Am Anfang des zweiten Semesters habe sie sich für den Ausstieg entschieden. „Die naturwissenschaftlichen Fächer aus der Schule haben mir doch mehr gefehlt, als ich dachte. Daher kam ich zu den Kognitionswissenschaften.“

    Die beiden Studiengangswechsler sind mit ihren Entscheidungen zufrieden und möchten Zweifelnden die Angst vor dem Abbruch nehmen. „Lieber früher als später aufhören, wenn man merkt, dass die Motivation fehlt“, rät Frauke. Dem stimmt Frederick zu: „Auch wenn es nicht einfach ist, muss man den Schritt zurück in die Zukunft, die einem wirklich gefällt, wagen.“

    Foto: Bohnenberger

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