• Der duale Weg zur Pflegerin

    by  • 5. November 2012 • Dein Studium • 0 Comments

    Duale Hochschule. Lilia Heinrich hat ihren Arbeitstag schon fast hinter sich gebracht, als noch einmal ein Patient im Stuttgarter Katharinenhospital eingeliefert wird. Ein Notfall. Der junge Mann hat einen Abszess im Mund und kann kaum mehr atmen. Er muss noch an diesem Tag operiert werden. Für die 19-jährige Studentin aus Winnenden ist das nichts besonderes. Während ihres Einsatzes in der Hals-Nase-Ohren-Ambulanz im Stuttgarter Klinikum hat sie so etwas oft gesehen. Es ist ihr vorletzter Tag auf der Station.

    In diesen Tagen beginnt Lilia ihr Studium der Angewandten Gesundheitswissenschaften an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, direkt neben dem Katharinenhospital. Seit einem Jahr macht sie außerdem eine Ausbildung zur Krankenpflegerin. „Um das Studium zu beginnen ist es Voraussetzung, dass man schon diese Ausbildung absolviert“, erklärt sie.

    Den Notfallpatienten bereitet sie gemeinsam mit einer Kollegin auf die Operation vor. Sie ziehen ihm Thrombosestrümpfe an, helfen ihm beim Umziehen und legen ihm eine Infusion – Standardaufgaben, die sie schon im ersten Lehrjahr gelernt hat. „Unser Alltag besteht aus Thrombosespritzen, Patientenmobilisation und Medikamentenverteilung“, sagt sie. Auf einen zehnwöchigen Praxisblock folgt während der Ausbildung jeweils ein sechswöchiger Unterricht an der Berufsschule.

    Drei Jahre Pendeln zwischen Hochschule, Klinik und Berufsschule

    Die Phasen an der Hochschule dauern jeweils zwei Wochen. Seit Oktober 2010 ist es angehenden Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern möglich, in Stuttgart ausbildungsbegleitend zu studieren. Nach dem ersten Ausbildungsjahr wird Lilia noch drei Jahre lang zwischen Hochschule, Klinik und Berufsschule pendeln. Sie lernt in den Modulbereichen Gesundheit und Pflege, Gesundheitswissenschaften und Gesundheitswirtschaft Dinge, die über das Wissen der Auszubildenden hinaus gehen. „An der Hochschule vertiefen wir einige Unterrichtsthemen noch einmal“, sagt Lilia. „Der Vorteil am dualen System ist, dass ich innerhalb von vier Jahren zwei Abschlüsse erreiche – die Ausbildung und den Bachelor.“

    Die Ausbildung soll die professionelle Pflege verbessern

    Ziel der Ausbildung ist es, die professionelle Pflege am Bett zu verbessern. „Ich kann später aber auch in der Stationsleitung arbeiten, Pflegeleitungen übernehmen oder erst einmal den Master machen“, sagt Lilia. Was es schließlich werden wird, weiß sie noch nicht. Spaß macht ihr die duale Ausbildung in jedem Fall. „Es ist schön, dass man in diesem Beruf so viel mit Menschen zu tun hat“, sagt sie. Und es scheint, als wäre der Job wie für sie gemacht. Nach getaner Arbeit hat sie noch längst nicht genug davon, Menschen zu helfen: „Als Ausgleich engagiere ich mich im DLRG“, sagt sie und lächelt.

    Fotos: Heinrich, CIS/pixelio.de

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