• Das Rennen der Forscher gegen die Zeit

    by  • 23. November 2012 • Dein Studium • 0 Comments

     

    Uni Tübingen. Die Medizin ist heute weit fortgeschritten und doch gibt das Mysterium Mensch noch immer grundlegende Rätsel auf. Die Grundlagenforschung versucht das Unbekannte zu entschlüsseln. An der Uni Tübingen haben Doktoranten ihren Fokus auf die bakterielle Zellhülle gelegt und wollen mit ihrer Forschung ihren Teil dazu beitragen, Infektionskrankheiten zu bekämpfen, neue Medikamente und Impfungen zu entwickeln und Krankheiten wie Malaria den Kampf anzusagen.

    Sie forschen im Rahmen des „Sonderforschungsbereichs 766“ am Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin (IMIT) der Uni Tübingen: 18 Doktoranten unter anderem der Biologie, Medizin, Mikrobiologie oder Biochemie widmen sich in ihrer Doktorarbeit der bakteriellen Zellhülle. Ziel ist es, die Struktur und die Synthese genauer zu erforschen. Die Nachwuchsforscher wollen herausfinden, wie genau spezielle Substanzen in die Zelle und aus der Zelle heraus transportiert werden. Dieses Wissen kann wiederum der Schlüssel dazu sein, die Zellhülle zu manipulieren, damit Substanzen aufgenommen oder auch gebunden an beispielsweise Eisen ins Zellinnere geschleust werden.

    Resolut gegen Resistenz

    Längerfristig wird dieses Wissen das Fundament für weitere angewandte Forschungen bilden. Es kann dann helfen neue Impfstoffe zu schaffen, gezieltere Diagnosen zu stellen und Gesundheitsvorsorge zu optimieren. Zudem können neue Medikamente entwickelt werden, um Bakterien abzutöten oder Resistenzen zu erkennen und diese zu verhindern. Regina Grupp vom IMIT erklärt die Dringlichkeit dieser Forschungen: „Bakterien bilden ständig neue Resistenzen gegen Antibiotika. Daher sind Forscher laufend auf der Suche nach Alternativen und neuen Wegen, um Infektionskrankheiten zu bekämpfen. Es ist ein Rennen gegen die Zeit“.

    Andere Unis in Deutschland verfolgen zwar einen anderen Fokus, ergänzen sich aber thematisch. Darum hat sich die Uni Tübingen mit der Uni Würzburg und Uni Bonn zusammengeschlossen und bietet 75 internationalen Doktoranten bei Tagungen eine Plattform zum Austausch, der Präsentation von Ergebnissen und um die Zusammenarbeit zu intensivieren.

    Ein großer Pool voller Methoden

    Die Grundlagenforschung der Uni Tübingen forscht interdisziplinär in einem großen Team, um möglichst viele Methoden verschiedener Fachbereiche wie der Mikrobiologie, Molekulargenetik, Biochemie und Bioinformatik zu kombinieren. Insgesamt 23 Gruppen gehören dem „Sonderforschungsbereich 766“ an, dessen Untersuchungen auf bis zu zwölf Jahre angelegt sind.

    Regina Grupp sieht die lange Zeitspanne als Chance: „Dieser Zeitraum ermöglicht die Durchführung großer Projekte und einen kontinuierlichen Ansatz bei der Grundlagenforschung, um die Ziele auch zu erreichen.“

    Gerd Altmann/pixelio.de

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