• Mehr Möglichkeiten für Ausländer

    by  • 20. Oktober 2012 • Dein Leben • 0 Comments

     
    Stuttgart. Wer würde nicht gerne einmal ein Semester im Ausland verbringen? Andere Kulturen kennenlernen, neue Leute treffen und einfach mal den Horizont erweitern. Erasmus macht das möglich. Die Hürden für deutsche Studenten, an einer ausländischen Hochschule unterzukommen, sind einigermaßen einfach zu nehmen. Auch in Deutschland sind ausländische Studenten erwünscht – nicht nur für ein halbes Jahr.
     

    Seit August gibt es in der Bundesrepublik ein neues Gesetz zur Umsetzung der Hochqualifizierten-Richtlinie der Europäischen Union. Es eröffnet ausländischen Studenten und Wissenschaftlern neue Perspektiven in Deutschland. „Mit dem neuen Gesetz können ausländische Akademiker freier entscheiden, ob sie nach dem Studium eine Weile oder für immer in Deutschland bleiben möchten. Das ist in Zeiten, in denen Fachkräfte bei uns dringend gesucht werden, ein wichtiger Schritt. Der DAAD begrüßt ihn ausdrücklich“, sagt die Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Margret Wintermantel.

    Wer in Deutschland studiert darf erst einmal bleiben

    Durch das Gesetz zur Umsetzung der Hochqualifizierten-Richtlinie sind Neuerungen im Aufenthaltsrecht in Kraft getreten: Ausländische Studenten dürfen nach ihrem Abschluss 18 statt bisher zwölf Monate in Deutschland bleiben, um eine qualifizierte Arbeit zu suchen. Während der Suchphase dürfen sie ohne zeitliche Einschränkung arbeiten.

    Haben sie eine der Qualifikation angemessene Arbeitsstelle gefunden, muss die Bundesagentur für Arbeit nicht mehr wie bisher zustimmen. Neu ist auch, dass unter bestimmten Voraussetzungen bereits nach zwei Jahren eine Niederlassungserlaubnis, also ein zeitlich unbefristetes Aufenthaltsrecht, erteilt werden kann. Während des Studiums können die ausländischen Studenten nun 120 statt wie bislang 90 Tage im Jahr jobben.

    Blaue Karte wird zum Türöffner

    Wer als Akademiker oder beruflich Qualifizierter einen Arbeitsvertrag vorlegt und ein Mindestgehalt von etwa 44.800 Euro (bei bestimmten Mangelberufen von knapp 35.000 Euro) nachweist, kann ab sofort mit der “Blauen Karte EU”, ähnlich der “Green-Card” in den Vereinigten Staaten für bis zu vier Jahre in Deutschland arbeiten.

    Eine Niederlassungserlaubnis können Inhaber der Blauen Karte EU regulär nach 33 Monaten, bei Nachweis deutscher Sprachkenntnisse auf B1-Niveau nach 21 Monaten beantragen. Auch für Familienangehörige von ausländischen Fachkräften wurden Erleichterungen für die Arbeitsaufnahme eingeführt, etwa durch Abschaffung der Zustimmungspflicht durch die Bundesagentur für Arbeit.

    Foto: Rudolf Ortner/pixelio.de

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