• Im Elektrowagen aufs Treppchen

    by  • 1. Oktober 2012 • Dein Leben • 0 Comments

    Stuttgart. Im Fernsehen läuft Formel 1 – ohne Ton. Die Autos flitzen geräuschlos über die Rennstrecke. So ähnlich muss man es sich vorstellen, wenn die Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg ihren Elektrorennwagen E 22 auf die Piste setzen. Seit vier Jahren bauen die studentischen Tüftler des Vereins DHBW Engineering immer in den Wintermonaten an einem Rennauto, mit dem sie im Sommer an den Formula-Student-Wettbewerben teilnehmen.

    Mittlerweile fahren die Studenten ihren vierten Wagen. Erstmals ist es ein Elektroauto. Neun Monate lang haben sie daran gebastelt. „Wir haben etwa 20 Stunden pro Woche in das Projekt investiert“, sagt Felix Stiller. Der 21-jährige Maschinenbaustudent nimmt zum zweiten Mal an dem Projekt teil. Er ist nicht nur als Teamleiter für das Fahrwerk zuständig gewesen, sondern darf sich als E-22-Pilot auch hinters Steuer setzen. Der Elektrorennwagen sieht ein wenig aus wie ein geschrumpftes Formel-1-Auto. „Das Fahrgefühl ist wie auf einem Motorrad, durch das geringe Gewicht beschleunigt der Rennwagen unglaublich schnell“, sagt Felix Stiller.

    Gesamtsieg bei der Formula Student Spain

    Die Wagen der Formula-Student-Wettbewerbe treten nie im direkten Vergleich gegeneinander an. Das wäre zu gefährlich. Stattdessen werden sie im Zeitfahren danach bewertet, wie schnell und wendig sie sind oder wie lange die Batterien halten.

    Im vergangenen Jahr haben die Studenten beim wichtigsten internationalen Formula-Student-Rennen in Hockenheim den 18. Platz von 80 Autos ergattert. „Viel wichtiger ist sogar noch“, sagt Felix Stiller, „dass wir bei der Formula Student Spain den Gesamtsieg eingefahren haben.“ In diesem Jahr sind die Studenten in der Elektroklasse nur gegen etwa 30 Konkurrenten angetreten. Dafür haben sie sich vorgenommen, unter die ersten zehn zu kommen. Fast hätte das geklappt. Am Ende sprang wegen technischer Probleme aber nur Platz 21 heraus.

    Uni-Rennteam triumphiert in Italien

    Das Abschneiden im Rennen hängt nicht zuletzt vom Geschick des Piloten ab, der im Slalom oft um enge Kurven steuern muss. „Man glaubt es kaum, aber es ist wirklich ein Sport, der körperlich sehr anstrengend ist“, sagt Stiller. Wenn man dabei zu den Besten gehört, quält man sich aber gern – auch ohne heulende Motoren.

    Dass Schwaben auch mit heulenden Motoren Erfolg haben, hat das Rennteam der Universität Stuttgart erst kürzlich unter Beweis gestellt. Im September hat der Rennstall den Formula SAE Italy Wettbewerb mit 60 internationalen Teams gewonnen. Auch das Elektro-Rennteam der Dualen Hochschule konnte bei diesem Rennen sein Ziel erreichen. Die Stuttgarter landeten auf einem guten siebten Platz.

     
    Foto: DHBW Engineering

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