• Ein Zertifikat und noch viel Arbeit

    by  • 9. Oktober 2012 • Dein Leben • 0 Comments

    Uni Stuttgart/PH Ludwigsburg. Studierende in Schwangerschaft oder mit jungen Kindern – vor allem Alleinerziehende – haben auf dem Weg zum Abschluss häufig mit vielen Hürden zu kämpfen. Die Gleichstellungsreferate mühen sich, sie zu unterstützen, aber ihre Möglichkeiten sind begrenzt.

    Seit Ende August darf sich die Uni Stuttgart „familiengerechte Hochschule“ nennen. Das Zertifikat der von der Hertie-Stiftung getragenen berufundfamilie GmbH soll nach Aussagen der Unileitung das Selbstverständnis unterstreichen, als Arbeitgeber und Hochschule eine Vereinbarung von Beruf oder Studium und Familie zu ermöglichen.

    Zumindest in puncto Studieren mit Kind sieht die Architekturstudentin Kristina Ulm allerdings noch großen Nachholbedarf. Die Mutter einer vierjährigen Tochter war als eine von rund 80 Personen am Zertifizierungsprozess beteiligt und vertritt in einer neuen Arbeitsgruppe die Stimme der Studierenden.

    Das Studentenwerk ist die erste Anlaufstelle

    Die Erwartungen der 23-Jährigen sind hoch. „Andere deutsche Hochschulen gehen mit dem Thema beispielhafter um“, sagt Ulm und berichtet von Problemen bei der Suche nach Betreuungsplätzen oder durch abendliche Vorlesungstermine sowie rückwärtsgewandte Ansichten einiger Dozenten. Motto: wer Mutter ist, solle daheim bleiben und sein Kind hüten.

    Als erste Anlaufstelle sieht Ulm derzeit nicht die Uni selbst, sondern das übergreifende Studentenwerk Stuttgart, das unter anderem Fragen zu Finanzen oder Urlaubssemestern beantwortet und in sechs Stuttgarter, Ludwigsburger und Esslinger Tageseinrichtungen 110 Plätze anbietet.

    Dass es für diese Plätze schier unermesslich lange Wartelisten gibt, sei dabei nur ein Teil der Wahrheit, sagt die Leiterin der Abteilung Personal- und Sozialwesen, Stephanie Schulze. „Wir scheitern immer wieder daran, für freigewordene Plätze Interessenten zu finden.“ Dennoch würde das Studentenwerk gerne rund 40 weitere Plätze anbieten. Allein: bezahlbare Immobilien sind in Stuttgart rar.

    PH Ludwigsburg strickt am Elternnetzwerk

    Die PH Ludwigsburg informiert derweil ihre studierenden Eltern in einer 20-seitigen Broschüre. Jeden Montagvormittag hat die Leiterin des Projekts „Studieren mit Kind“, Sandra Fuchs, Sprechstunde. „Es gibt immer Möglichkeiten, ein Kind und ein Studium unter einen Hut zu bringen“, sagt sie.

    Weil die Sozialpädagogin aber nur in einem sehr knappen zeitlichen Rahmen zur Verfügung steht, sieht sie sich vor allem als Netzwerkerin und organisiert Stammtische. Am Montag, 15. Oktober, findet um 12.15 Uhr ein Kennenlerntreffen für Schwangere und Eltern statt. Bereits morgen, 10. Oktober, beginnt an der PH der Kurs Elternstart. Er richtet sich auch an Nicht-Studierende.

    Weitere Links zum Thema gibt es auf Online-Plattformen des Studentenwerks Freiburg und von Nicole Schmidt. Einen Artikel zum Studieren mit Kind in den Vereinigten Staaten von Amerika findet sich hier.

    Foto: Alexandra H. / pixelio.de

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