• Abgecheckt wird unbewusst

    by  • 17. Oktober 2012 • Deine Zukunft • 0 Comments

    Stuttgart. Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Das gilt zumindest im Bewerbungsgespräch, sagt Sylvia Ebner, Stilberaterin aus Stuttgart. Das Erscheinungsbild eines Bewerbers spielt dabei die entscheidende Rolle. Innere Werte? Vorerst egal. Im ersten Moment ist sogar sekundär, was man so alles von sich gibt.

    Ebner verweist auf eine Formel, der zufolge 55 Prozent der Aufmerksamkeit des Gegenübers dem äußeren Erscheinungsbild, der Gestik, Mimik und der Körpersprache gewidmet sind. Die Stimme macht 38 Prozent aus, der Inhalt des Gesagten gerade einmal sieben Prozent. Bewusst bildet man sich einen Eindruck nicht. „Das Gehirn scannt binnen weniger Sekunden eine Person ab“, sagt Ebner.

    Endet das „Abchecken“ positiv, ist die erste Hürde geschafft – vorausgesetzt, die Chemie stimmt. „Wenn er dem potenziellen Arbeitgeber nicht gefällt, kann ein Bewerber nicht viel daran ändern“, sagt Ebner. Ein Bewerber müsse immer zur Firma passen.

    Das Zauberwort heißt Harmonie

    Laut der Stilberaterin ergebe das Gesamtbild einer Person einen guten Stil. „Dazu gehört ein guter Haarschnitt, ein schönes Make-up, ein gepflegter Bart, Accessoires und selbstverständlich die Kleidung.“ Das Erscheinungsbild müsse gepflegt, durchgängig harmonisch und stimmig wirken. Fettige Haare passen beispielsweise nicht zum teuren Markenanzug oder Kostüm, ebenso wenig passt ein greller Lippenstift zum klassischen Outfit.

    Grundsätzlich liegen Bewerber richtig, wenn sie einen Anzug beziehungsweise ein Kostüm tragen. Vor allem in Großunternehmen, Banken, im Vertrieb, Einkauf und in Führungspositionen herrscht dieser Dresscode. Ebner rät von schwarz-weiß-Kombinationen ab und empfiehlt gedeckte Farben wie braun, dunkelblau oder grau.

    Künstler dagegen tragen viel schwarz, sagt die Stilberaterin. In manchen Berufszweigen könne eine Kombination statt eines Anzugs getragen werden. „Sakko und Hose haben dann eine andere Farbe. Das wirkt aufgelockerter als ein Anzug.“

    Auf Spionagetour nach Feierabend

    Frauen können ebenfalls ein aufgelockertes Outfit anziehen -  mit Blazer, Bluse und Hose in unterschiedlichen Farben. „Man sollte immer die Branche und die Homepage eines Unternehmens betrachten und sich entsprechend kleiden“, sagt Ebner. Wer Zeit findet, beobachtet einfach mal die Leute, die zum Feierabend die jeweilige Firma verlassen.

    Bewerber punkten auch mit Selbstbewusstsein. Damit haben Frauen oft ein Problem, „weil sie ihr Licht unter den Scheffel stellen“, sagt Ebner. Um das zu vermeiden, sollten sie sich vor dem Vorstellungsgespräch eine Liste ihrer Qualifikationen zusammenstellen. Und Dinge eintragen, die nichts mit der Ausbildung und dem Beruf zu tun haben. Am besten, sagt Ebner, frau lässt sich von der Familie und Freunden ihre Stärken nennen.

    Die Liste der Tabus ist lang: Weiße Socken, zu kurze Hosen bei Männern, die im Sitzen die Beine entblößen, grelle Krawatten, starke Düfte, zu kurze Röcke, zu tiefe Ausschnitte oder ein übertriebenes Make-up sind Dinge, auf die Bewerber besser verzichten.

    Und egal, wie schön die Haare einer Frau auch aussehen: „Immer zusammenbinden“, sagt Ebner. Männer ließen sich von einer wallenden Mähne gerne ablenken. Doch es geht beim Bewerbungsgespräch ja darum, mit seinem gesamten Erscheinungsbild den Job zu ergattern.

    Fotos: Konstantin Gastmann / pixelio.de und Guido Karp

    About

    Hinterlasse eine Antwort

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *